Ich bin hier Ausländer
Touristeninvasion auf der Insel Mallorca Massen von Touristen empfindet so mancher Mallorquiner verständlicherweise schon als kleine Invasion. Mehr als sieben Millionen Urlauber kommen im Jahr nach Mallorca, von denen sich bis zu 350.000 gleichzeitig dort aufhalten. Eine solche touristische Invasion wirkt auf viele Einheimische wie die Besetzung durch fremde Armeen. Und Besatzer lieben die Insulaner gar nicht, haben sie im Laufe ihrer Geschichte schon reichlich erlebt.
Stolz, Ehre und Würde spielen im Leben der Spanier eine sehr wichtige Rolle. Spanier empfinden es als unmöglich, wenn Touristen in kurzen Shorts und nacktem Oberkörper oder Frauen im Strandoutfit durch Palma bummeln, derart leicht bekleidet in Lokalen sitzen oder gar Anstalten machen, so die Kathedrale zu besichtigen. Die Mallorquiner bemühen sich zwar derartige Verhaltensweisen zu übersehen, aber man merkt ihnen oft genug an, daß sie diese nicht tolerieren.
Tatsächlich ist das Verhältnis der Mallorquiner zu den Besuchern zwiespältig. Einerseits widerspricht die touristische Invasion ihren Vorstellungen, und das Verhalten vieler Urlauber und Residenten beleidigt ihren Stolz. Andererseits ist das Geld der Ausländer natürlich willkommen. Die Diskussion über die germanische »Machtergreifung« setzte seltsamerweise ein, nachdem viele Deutsche auf vernachlässigten Grundstücken baufällige Fincas gekauft und diese dann liebevoll und aufwendig renoviert hatten, meist im traditionellen Stil, ganz im Sinne der Erhaltung mallorquinischer Kultur. Vergessen wird von den Kritikern dieser Entwicklung, daß zu einem Verkauf immer zwei gehören. Nur zu gerne verkauft ein Mallorquiner Land und Hütte an einen Ausländer, wenn er von dem ein Mehrfaches des Preises erzielt, den ihm ein Landsmann zahlen würde.
Verfasst von Christiane am Mo, 09/10/2007 - 11:34.




